Heizungstypen (Gas, Öl, Wärmepumpe, usw..)

Heizungstypen

Welches ist die richtige Heizung für mein Haus?

Welche Vor- und Nachteile haben diese Heizungsarten?

 

Ölheizung

Durch den derzeit (Stand 12.05.2016) sehr günstigen Ölpreis freuen sich (derzeit) Besitzer von Ölheizungen. Ob der Ölpreis wieder steigt, weiß keiner so gewiss. Ölheizungen benötigen sehr große Öltanks. Hierzu wird ein Keller oder ein sehr großer Technikraum benötigt, um diese im Haus zu deponieren. Diese Kosten für die Räumlichkeiten, einen Kamin sowie für die Öltanks selbst sollten für die Anschaffung mitbetrachtet werden. Da die Verbrennung fossiler Rohstoffe nicht zukunftsträchtig ist, sollte bei einem Neubau keine Ölheizung mehr in Betracht gezogen werden.

 

Preis: niedrig (wenn Lagerraum, Kamin und Öltanks nicht einkalkuliert werden!)

 

Preis: mittel (bei Kalkulierung aller Kosten und wenn ohnehin ein großer Keller geplant ist.) Laufende Kosten kommen für den

 

Kaminkehrer hinzu und sollten ebenfalls zu den jährlichen Betriebskosten dazugerechnet werden.

 

 

Gasheizung

Die Gasheizung ist auch eine der verbreitetsten Formen von Heizungstypen. Diese kommen in der Regel nur dann in Betracht, wenn eine Möglichkeit besteht sich an das Gasnetz anzuschließen. Für den reinen Gasanschluss fallen Kosten von ca. 2.500 € an. Hinzu kommen die Gasbrenntherme/Kessel selbst usw. Der Preis für die Anschaffung ist relativ gering. Ein Kamin sollte auch hier in die Anschaffungskosten eingerechnet werden. Laufende Kosten kommen auch hier für den Kaminkehrer hinzu und sollten ebenfalls zu den jährlichen Betriebskosten dazugerechnet werden. Die Gasheizung arbeitet relativ simpel und kann die

Heizleistung je nach Bedarf relativ gut anpassen.

 

Kombiniert mit gut ausgerichteten Solarkollektoren (nicht verwechseln mit Photovoltaik) gilt diese Paarung trotz moderner Heizungsvarianten als sehr effektiv.

 

Preis: Niedrig (ohne Solarkollektoren)

 

Wärmepumpen

Was ist eine Wärmepumpe?

 

Eine Wärmepumpe müssen Sie sich wie einen umgedrehten Kühlschrank oder einer Klimaanlage vorstellen (dies sind auch

 

Gattungen von Wärmepumpen). Es wird, wie der Name schon sagt Wärme von einer Stelle zu einer anderen "gepumpt". Dies passiert durch die Verdampfung einer Kühlflüssigkeit aus einer Quelle der Wärme (Wasser, Erde, Luft). Einen Kamin und den jährlichen Kaminkehrer Besuch können Sie sich mit diesen Wärmepumpen sparen!

 

Es gibt verschiedene Heizungs-Wärmepumpen:

 

Erd/Solewärmpepumpe (entzieht die Wärme aus großen Tiefen in der Erde)

Erd/Flächenkollektoren-Wärmepumpe (entzieht der Erde in wenigen Metern Tiefe die Wärme)

Luft-Wasser (entzieht der Umgebungsluft Wärme)

 

Jetzt fragen Sie sich, "..aber im Winter ist z. B. die Luft doch draußen kalt!". Das ist unser empfinden und wird verstärkt, das man verschiedene Aggregatszustände von Wasser als z. B. 0°C definiert hat. Aber es ist in Wirklichkeit anders! Alles über "-273,15 °C (absoluter physikalischer 0-Punkt) ist Wärme! Natürlich wäre es sehr ineffizient z. B. bei -100°C die Restwärme zu sammeln. Auch bei -30°C ist dies tatsächlich nicht mehr effizient, aber wie lange im Winter hat man noch solche Temperaturen in Zeiten Klimawandels (Thema für sich - ob und ob nicht) doch war es nun schon öfters am Heiligabend + 20°C!

 

Sole-Wärmepumpe

Hier wird Wärme aus großen Tiefen von ca. 40 - 99 Metern mit Hilfe von Flüssigkeiten und Chemikalien aus der Erde nach oben befördert. Da in dieser Tiefe eine konstante Temperatur herrscht von z. B. +5 bis +7 °C, können Sie auch in starken Wintern ihre Wärmequelle effektiv nutzen. Solche Bohrungen bedürfen speziellen Genehmigungen, auch die Geologie muss passen, denn nicht jeder Boden ist für diese Art von Wärmepumpe geeignet! Die Anschaffungskosten sind sehr sehr hoch, so dass diese Wärmepumpe nicht so häufig in Frage kommt.

Auch wenn die laufenden Betriebskosten auf Grund der Effizienz relativ niedrig scheinen, muss sich vor dieser Anschaffung alles gründlich durchdacht und überlegt werden!

 

Warum? Auch hier können die laufenden Kosten höher ausfallen, als es auf einem Verkäuferprosekt schön gerechnet wird. Die Flüssigkeiten müssen mit Pumpen bewegt werden. Diese haben durchaus hohen Verschleiß und einen hohen Preis. Ob die Chemikalien, welche ins Erdreich gepumpt werden in die Umwelt gelangen ist nicht sicher, aber ein Risiko für die Umwelt und für das Grundwasser.

 

 

Erdflächenkollektoren-Wärmepumpe

Sie funktioniert wie die Solewärmepumpe, allerdings werden hier Flächenwärmekollektoren in geringer Tiefe (wenige Meter) auf dem Grundstück verteilt. Eine Mindestgröße des Grundstücks ist hier Voraussetzung. Auch in wenigen Metern hat man schon eine relativ konstante Temperatur auch im Winter. Von dieser Variante rate ich persönlich gänzlich ab. Warum? Die Kosten sind höher wie bei einer Luft-Wasser Wärmepumpe.

 

Die Effizienz kann aber (im Gegensatz zur Sole-Wärmepumpe) sinken, wenn die Kollektoren zueisen (wie bei Ihrem Gefrierschrank Zuhause, wenn die Kühlstäbe mit einer dicken Frostschicht besetzt sind). Diese können sogar noch im Sommer mit Eis ummantelt sein, so dass die Betriebskosten steigen! Diese können dann nur durch Regen, welcher durch die Erdschichten sickert auftauen. deswegen dürfen diese Flächen auch nicht von oben bepflastert oder ähnliches werden! Auch wenn es hier sicherlich Techniken gibt, welche die Kollektoren unter Umständen auftauen können, sollten Sie bedenken, dass dieser Vorgang immens Energie benötigt, wenn die Erde darum herum 1 Meter dickes Eis gebildet hat, weil zu viel Wärme entzogen wurde! Von dieser Variante wird deswegen abgeraten!

 

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Sie ist die verbreiteste Form aller Heizungswärmepumpen! Mit einem Gebläse entzieht sie der Umgebungsluft die Restwärme.

Die Anschaffungskosten sind im Vergleich mit Gas oder Öl-Heizungen relativ hoch. Im Gegensatz zu den anderen Wärmepumpenvarianten ist es jedoch die günstigste Art (Anschaffungskosten). Die Effizienz bei dieser Wärmepumpe gilt im Vergleich zu den anderen Wärmepumpenvarianten als gering.

 

Alle Wärmepumpen benötigen Strom zum Betrieb. Es gibt einen sog. "COP-Faktor". Wenn eine Wärmepumpe 1 Teil Energie (in Form von Strom) benötigt, um 4 Teile Energie (in Form von Wärme) in ein Gebäude zu bringen dann wäre das Verhältnis 1:4. Bei Luft-Wasserwärmpumpen ist dieses Verhältnis unter günstigen Bedingungen z. B. 1:3 (Wetterabhängig und Geographische Lage) manchmal auch nur 1:2,6.

Fallen die Temperaturen auf -25°C über einen längeren Zeitraum, kann sich eine Elektroheizstab dazu schalten, was die Effizient eben verringert. Wenn allerdings mildere Temperaturen den Winter beherrschen, liegt man am Ende mit der Luft-Wasser Wärmepumpe am Ende richtig gut. Unabhängig von der Heizung, muss Ihr Brauchwasser zum Baden, Duschen erwärmt werden.

 

Im Frühjahr bis zum Spätsommer bei hohen Außentemperaturen erwärmt diese Wärmepumpe ihr Brauchwasser höchst effizient, während die anderen Erd/Sole-Wärmepumpen hier mit der gleichen niedrigen Temperatur 5-7°C das ganze Jahr über arbeiten müssen!

 

Zu allen Wärmepumpen muss unbedingt beachtet werden, dass dies für eine niedrige Vorlauftemperatur ausgelegt sind und eine moderne Fußbodenheizung zwingend notwendig ist!

 

Holzpelletheizung:

Holzpelletheizungen erachte ich als auf keinen Fall als empfehlenswert. Wartungsintensiv. Manipulierte Holz/Pelletspreise.

 

Hohe Lagerkosten, Brandgefahr, Schornsteinfegerkosten. Nicht empfehlenswert - eine genaue Begründung und Beschreibung folgt hier in Kürze.